Die dermatologische Phlebologie muss sich neu positionieren. Bei vielen phlebologischen Krankheitsbildern ist die Dermatologie mehr oder weniger stark oder sogar ganz zentral involviert. Trotzdem kommt der Dermatologie die Phlebologie zusehends abhanden.
Die Einführung der farbkodierten Duplexsonographie in den 1990er-Jahren und die Neu-Organisation der SIWF Weiterbildungprogramme hat zu einer starken Verschiebung der phlebologischen Aktivitäten weg von der Dermatologie und der Gefässchirurgie hin zur Angiologie geführt.
Dermatologen müssen heute (A) den Fähigkeitsausweis (FA) für Phlebologie, (B) den FA für Duplex-Ultraschall der peripheren Gefässe, Submodul Venen und (C) optional auch den Fähigkeitsausweis für endovenöse Thermoablation von Stammvenen bei Varikose erwerben. Insbesondere die Bedingungen für den Erwerb des FA für Duplex-Sonographie der Venen sind mit 500 akkreditierten Untersuchungen sehr hoch angesetzt.
In den letzten Jahren haben in der ganzen Schweiz ungefähr 20 Dermatologinnen und Dermatologen die ersten beiden FA erworben und wären nun grundsätzlich bereit, die dermatologische Phlebologie innerhalb der Schweiz weiter aufrecht zu erhalten, weiter zu entwickeln und an die nächste Dermatologen-Generation weiterzugeben. Die meisten von ihnen arbeiten in der Praxis. Ein bewährtes Modell wäre, viele von Ihnen als «Consultants» jeweils einen halben oder ganzen Tag pro Woche an einer Weiterbildungsstätte zu engagieren und so zu gewährleisten, dass die Phlebologie an den dermatologischen Zentren praktiziert und gelehrt wird.
In den letzten acht Jahren (2018 – 2025) hat die SGDV drei eigenständige Weiterbildungen* für Assistenzärztinnen und -ärzte und fünf Symposien durchgeführt (2018, 2019 und 2025), und SGDV-Mitglieder haben innerhalb der SGP oder USGG acht weitere Kongresse organisiert (Tabelle unten). Inwieweit diese Veranstaltungen dazu beigetragen haben, die Phlebologie innerhalb der Dermatologie zu festigen, ist schwer abschätzbar. Sicher haben sie dazu beigetragen, die Angiologen und Gefässchirurgen in Dermatologie weiterzubilden. Daher gilt der Umkehrschluss, dass die SGDV auf jeden Fall auch ganz eigene phlebologische Weiterbildungen organisieren muss, wenn sie diese Subdisziplin im Fach behalten will.

Jürg Hafner, Simon Bossart, Caroline Staub-Buset