Leitlinien & Empfehlungen

Leitlinien & Empfehlungen

Leitlinien tragen dazu bei, dass Patientinnen und Patienten angemessen behandelt und versorgt werden und sie hilft Ärztinnen und Ärzten und weiteren Gesundheitsfachpersonen bei ihren Entscheidungen über die angemessene Gesundheitsversorgung unter spezifischen klinischen Umständen. Leitlinien tragen auch bei zu einem optimalem Kosten-Nutzen-Verhältnis der medizinischen Behandlung.

EuroGuiDerm Guidelines

Die SGDV verzichtet im Normalfall darauf, eigene Guidelines für die Schweiz zu entwickeln, es sei denn, dies sei notwendig aufgrund von speziellen lokalen Voraussetzungen.

Die SGDV unterstützt das European Dermatology Formum EDF jedes Jahr mit einem namhaften Betrag. Die 1997 gegründete gemeinnützige Berufsorganisation setzt sich ein für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Dermatologiepatienten in ganz Europa. EuroGuiDerm verfügt über einen sehr umfangreichen Leitlinien-Katalog. Sie entwickelt neue Guidelines und überarbeitet die bestehenden laufend. Die SGDV ist aktiv involviert und stellt Expertinnen und Experten zur Verfügung. Die Guidelines sind frei zum Download verfügbar.

Verbrennungen und Verbrühungen durch Wärmeanwendungen

Wärmeanwendungen gehören zu den ältesten medizinischen Verfahren. Von Seiten der Patientinnen und Patienten werden Wärmeanwendungen als angenehm wärmend, entspannend oder belebend erlebt. Der Umgang mit Wärmflaschen, Kirschkernkissen, Heizkissen und -decken, Lichtanwendungen, heissen Wickeln und Packungen, heissen Duschen und Bädern ist weit verbreitet und selbstverständlich. Die Anwendung von externen Wärmequellen birgt aber Gefahren in sich.

Die SGDV empfiehlt, den CIRRNET Quick-Alert zu Wärmeanwendungen (verabschiedet durch die Schweizerische Gesellschaft für Wundbehandlung SAfW), in Gesundheitseinrichtungen zu verbreiten.


Wärmeanwendungen – eine Gefahr in der Neonatologie und Pädiatrie

Fälle von Verbrennungen durch die medizinisch/therapeutische Anwendung von externen Wärmequellen bei Neugeborenen und Kindern sind in der Literatur selten beschrieben. Dennoch zeigen die aufgeführten originalen CIRRNET-Fälle, dass es zu Verbrennungen kommen kann.


Hydrochlorothiazid und Hautkrebs: Mahnung zur Vorsicht

In zwei retrospektiven Studien zum Zusammenhang zwischen der Verwendung von Hydrochlorothiazid (HCTZ) und dem Risiko von Basaliomen, Spinaliomen und nodulären Melanomen wurde gezeigt, dass hohe kumulative Dosen von HCTZ (> 50 g) mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos von Nicht-Melanom-Hautkrebs assoziiert waren, nicht aber von einer Erhöhung des Risikos für Melanom. Die Erhöhung des Risikos für das Spinaliom war nur gering und dasjenige für das Basaliom vernachlässigbar.

Die Schweizerische Gesellschaft für Hypertonie rät von der Anwendung von HCTZ ab bei:

Die Schweizerische Gesellschaft für Hypertonie und die Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie empfehlen,

Literatur: J Am Acad Dermatol, 2018 Apr;78(4):673-681.e9. doi: 10.1016/j.jaad.2017.11.042. Epub 2017 Dec 4 und J Intern Med, 2017 Oct;282(4):322-331. doi: 10.1111/joim.12629. Epub 2017 Jun 6.


Akne – Swiss Practice Recommendations for the Treatment of Acne

Die Arbeitsgruppe Akne der SGDV hat die Guidelines 2020 im Dermatologica Helvetica veröffentlicht.


Chronischer Pruritus – Leitlinien für Diagnostik und Therapie

Die S2k-Leitlinien für die Diagnostik und Therapie von chronischen Puritis wurden durch die Deutsche Dermatologische Gesellschaft herausgegeben. Mitglieder der SGDV hatten Einsitz in der Leitlinenkommission. Die Leitlinien sind nur in Deutsch erhältlich.


Dermatologische Magistralrezepturen der Schweiz (DMS)

Das Buch Dermatologische Magistralrezepturen der Schweiz DMS ist eine Sammlung dermatologischer Magistralrezepturen für die Schweiz. Es basiert auf dem Taschenbuch « Dermatologische Rezepturen » der Kantonsapotheke Zürich aus dem Jahr 1994. Die letzte gedruckte Ausgabe erschien im Jahr 2010. Das Buch ist als pdf bei pharmawiki weiterhin verfügbar.

Die Autorenschaft des Buches hat die Domain www.magistralrezepturen.ch der TopPharm Lehenmatt Apotheke in Basel abgetreten, welche auf Bestellung auf dem Markt nicht verfügbare Arzneimittel in kleinen Mengen herstellt, nach den «Regeln der Guten Herstellungspraxis für Arzneimittel». Die Herstellung nach Formula Magistralis erfolgt nach den GMP-Richtlinien (Good Manufacturing Practice) gemäss der Pharmakopöe Helvetica (Schweizerisches Arzneibuch). Diese umfassen die Eingangsanalytik, die Herstellung, die Dokumentation und die Risikoanalyse (gemäss Swissmedic).